Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e. V. Hannover: Startseite

Zu den Ereignissen in Köln und anderen Städten:
Keine Instrumentalisierung, kein Verschweigen, sondern Aufklärung und Schutz

Wir wissen um das Ausmaß von sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen, haben täglich damit zu tun. Doch auch wir sind fassungslos, empört und sprachlos und - wütend.
Wütend auf die Täter, fassungslos über die Dimension, besorgt um die Opfer, die vielleicht aus Angst und Scham schweigen, sprachlos darüber, welche Szenen sich in Köln und anderen Städten abgespielt haben müssen, wütend über das Unvermögen, es zu verhindern und gezielt einzugreifen.

Die Täter müssen ihr Verhalten ändern, nicht die Frauen
Die entsetzlichen Vorfälle müssen aufgeklärt werden, Täter zur Verantwortung gezogen werden. Sexuelle Übergriffe auf Großveranstaltungen, in Discos, im öffentlichen Raum sind nicht neu. Neu ist das gezielte, geplante Vorgehen von Übergriffen, die von so großen Gruppen öffentlich und gemeinschaftlich verübt wurden. Und offenbar ohne jegliche Angst, daran gehindert zu werden. Diese Dreistigkeit erschreckt und alarmiert uns.
So ganz unbekannt ist allerdings nicht, dass in anderen Kulturkreisen oft noch ein ausgeprägtes patriarchales Frauenbild in Männerköpfen herrscht und dass daraus massive Probleme entstehen können. Genau wie in Deutschland, in Österreich, Holland und in allen anderen Ländern dieser Welt. Nicht die Nationalität ist das Problem, sondern das frauenverachtende Denken. Zeigefinger-Mentalität hilft nicht.

Was wird brauchen sind wirksame Strategien zur Prävention und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Was wir nicht brauchen, sind Empfehlungen, die Frauen die Verantwortung dafür geben, was passiert ist oder passieren könnte.

Genauso klar und konsequent zu behandeln ist:  Frauenverachtende Täter, die gewalttätig gegenüber Frauen und Mädchen handeln und die ihre Würde antasten, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu müssen allerdings auch die noch bestehenden Schutzlücken im Straftatbestand der sexuellen Nötigung/Vergewaltigung endlich geschlossen werden. Leider ist es immer noch so, dass maßgeblich für die Strafbarkeit eines Übergriffs nicht etwa der erklärte Wille einer Person ist, sondern faktisch die Frage, ob sie sich ausreichend zur Wehr gesetzt hat und der Täter somit Gewalt anwenden musste. Und: Alle haben sich an die bei uns geltenden Gesetze und Werte zu halten.

Es hilft allerdings auch nicht, Informationen zurückzuhalten, um die Öffentlichkeit nicht zu verunsichern und keine Fremdenfeindlichkeit zu schüren. Eindeutige Aufklärung, anwendbare Konzepte und gemeinsames Handeln sollten jetzt das Ziel sein.

Mit unserem Bundesverband bff sagen wir deutlich: Notwendig ist eine breite gesellschaftliche Debatte über den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen und dem Schutz vor sexualisierter Gewalt, denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an. Diese Debatte muss ohne eine Instrumentalisierung und pauschale Vorverurteilung von Migranten und männlichen Flüchtlingen geführt werden.

Wenn Sie Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, finden Sie hier Unterstützung und Hilfe. Auch wenn Sie Zeugin oder Zeuge geworden sind oder sich jetzt verunsichert fühlen, können Sie sich bei uns melden. Unsere Angebote sind kostenlos, anonym und vertraulich.

Das Team des Frauennotrufs Hannover

Frauennotruf Hannover

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

Logo Gebärdenwerk | Die Spezialisten für GebärdenspracheDiesen Text sehen Sie hier in Gebärdensprache.

Sie haben sexuelle Gewalt erlebt und suchen Unterstützung?
Sie kennen jemanden, die vergewaltigt, missbraucht oder sexuell genötigt wurde und suchen Hilfe?

Sie möchten Informationen über Ausmaß, Folgen und Ursachen von sexueller Gewalt haben?

Auf unserer Website finden Sie Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten.

Gemeinsam mit den betroffenen Frauen finden wir Wege aus der Gewalt - zurück in ein selbst bestimmtes Leben. Dabei orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Frauen und unterstützen sie konkret bei weiteren Schritten.

Sexuelle Gewalt ist nicht nur das individuelle Problem der betroffenen Frauen und Mädchen - es ist auch ein gesellschaftliches Problem. Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit informieren wir über gesellschaftliche Hintergründe und klären über weit verbreitete Mythen und Vorurteile auf.

Herzlichen Glückwunsch Annette!

Zeitungsartikel vom 06.12.2014 in der Neuen PresseFür ihr ehrenamtliches Engagement für den Frauennotruf wurde unsere langjährige Vorstandsfrau Annette Loer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am 5. Dezember 2014 wurde ihr diese Ehrung in Berlin vom Bundespräsidenten überreicht.

Wir freuen uns mit Dir und für Dich. Vielen Dank für Deine jahrelange Unterstützung und Dein unermüdliches Engagement!

(Mehr dazu im nächsten Rundbrief.)

Zeitungsartikel vom 05.12.2014 in der HAZ (Link) | www.haz.de

PDF-Dokument: Zeitungsartikel vom 06.12.2014 in der Neuen Presse (PDF-Dokument)

Neu: Positionspapier des Traumanetzwerkes Hannover und Region unter Infos, Tipps und Links > Trauma

Kampagne "Gemeinsam aktiv gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderungen"

Diese Kampagne will

  • Kampagne "Gemeinsam aktiv gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderungen"sensibilisieren für das Thema „Gewalterfahrungen von Mädchen und Frauen mit Behinderungen“
  • aufklären über die Existenz und das Ausmaß der Gewalt
  • informieren über Hilfsmöglichkeiten
  • Bewusstsein schaffen für eine Kultur des Hinschauens und des Respektes

In Zusammenarbeit mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover starten wir eine Kampagne, die über die besondere Situation von Mädchen und Frauen mit Behinderungen aufklärt. Sie findet vom 24.11. bis zum 01.12.2014 statt.

Mit Citylight-Postern an ausgewählten Standorten im Stadtgebiet und im Fahrgastfernsehen der Stadtbahnen sowie in den U-Bahn-Stationen machen wir gemeinsam auf das Thema aufmerksam.

Das Datum der Kampagne ist nicht willkürlich gewählt, sondern erfolgt im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11.

Mehr Informationen auf der Seite Unsere Angebote > Öffentlichkeitsarbeit.

Auf unserer Seite über Sexuelle Gewalt und Behinderung erfahren Sie mehr über Mythen über Sexualität von Menschen mit Behinderung und "Das kann ich tun".