Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e. V. Hannover: Wichtiges in leichter Sprache
Wichtige Informationen in leichter Sprache.
Unsere Telefonnummer: (0511) 332 112
Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen
Goethestraße 23, 30169 Hannover
Hier erfahren Sie mehr über:
- den Frauennotruf Hannover und
- Was ist sexuelle Gewalt?
- Wen-Do - Selbstverteidigung und Selbstbehauptung
Wir über uns
Der Frauennotruf ist eine Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt erlebt haben.
Dort bekommen sie Hilfe.
Eine Frau, die sexuelle Gewalt erlebt hat, ist meist völlig durcheinander.
Sie ist traurig oder ängstlich. Sie ist unsicher oder wütend!
Es tut gut, wenn sie darüber reden kann.
In unserer Beratungsstelle...
...können Frauen und Mädchen mit einer Beraterin über die sexuelle Gewalt sprechen.
Wir finden, jede Frau sollte Hilfe bekommen, wenn sie das will.
Die Beraterin weiß, wie schlimm sexuelle Gewalt ist.
Sie weiß, dass es manchmal lange Zeit dauert bis die Frau sich wieder besser fühlt.
Wer kann zu uns kommen?
Zu uns können alle Frauen und Mädchen kommen, die sexuelle Gewalt erlebt haben oder davor Angst haben.
Sie können sich an uns wenden:
- egal, ob das, was Ihnen passiert ist, vor langer Zeit geschah oder erst gestern,
- egal, ob der Täter ein Fremder ist oder ein guter Bekannter oder sogar der Ehemann oder ein Betreuer,
- egal, ob Sie zur Polizei gehen wollen oder nicht.
Wenn Sie nicht allein zu uns kommen möchten, können Sie gern eine andere Frau mitbringen.
Die Beratung
Unsere Telefonnummer:
(0511) 332 112

Goethestraße 23
30169 Hannover
Sie können bei uns anrufen. Oder jemand kann für Sie anrufen.
Wir sprechen erst am Telefon.
Wir haben einen Anrufbeantworter.
Wenn Sie darauf sprechen, rufen wir zurück.
Dann machen wir einen Termin: Wir sprechen eine Zeit ab, zu der Sie zu uns kommen können.
Das Gespräch ist in der Beratungsstelle.
Falls Sie nicht zu uns kommen können, suchen wir eine andere Lösung.

Zum Beispiel:
Wir kommen zu Ihnen nach Hause, wenn Sie das wollen.
Oder wir kommen in die Werkstatt oder ins Wohnheim.
Was Sie noch über die Beratung wissen sollten

Es kostet nichts!
- Wir hören Ihnen zu und glauben Ihnen.
- Die Beratung ist kostenlos.
- Sie bestimmen selbst, was Sie erzählen möchten.
- Die Beraterin erzählt nichts weiter.
- Wenn Sie das wollen, können Sie zur Polizei gehen. Auch dabei helfen wir.
- Wir können Adressen von Ärztinnen, Anwältinnen und Therapeutinnen geben.
- Sie können wieder kommen, so oft, wie es für Sie gut ist.
Was ist sexuelle Gewalt?
Zu uns kommen viele Frauen, denen jemand sexuell weh getan hat.
Das heißt sexuelle Gewalt.
Man sagt auch:
- Sexuelle Belästigung
- Sexueller Missbrauch
- Sexuelle Nötigung
- Vergewaltigung
Das darf man nicht!
Niemand darf einem anderen Menschen Gewalt antun.
Niemand hat das Recht, einem anderen sexuelle Gewalt anzutun.
Darum ist es gut zu wissen, was sexuelle Gewalt ist.
Gewalt
Gewalt ist, wenn jemand mit Absicht eine andere Person verletzt oder ihr schadet.
Sexuelle Gewalt
Bei sexueller Gewalt hat die Verletzung mit sexuellen Dingen zu tun.
Jemand tut sexuelle Dinge, die unangenehm sind und weh tun, und die Sie nicht wollen.
Jemand spricht über sexuelle Dinge, die unangenehm und blöd sind, obwohl Sie das nicht wollen.
Oft macht er das immer wieder.
Er will nicht, dass jemand davon erfährt.
Stark und schwach
Die Person, die das tut, fühlt sich stark und mächtig.
Man nennt diese Person: Täter.
Die Person, die das erlebt, fühlt sich meist schwach und hilflos.
Man nennt diese Person auch: Opfer.
Beispiele von sexueller Gewalt
Sexuelle Gewalt kann alles Mögliche sein:
- Sie werden gegen Ihren Willen angefasst oder geküsst.
- Jemand will mit Ihnen über Sex reden und Sie wollen das nicht.
- Jemand zeigt Nacktfotos oder Pornobilder und Sie wollen die gar nicht sehen.
- Sie sollen sich ausziehen oder zugucken, wenn jemand sich auszieht.
- Sie sollen jemand an seinen Geschlechtsteilen oder anderen Körperteilen anfassen, aber Sie wollen das nicht.
- Jemand berührt Sie gegen Ihren Willen z. B. an Ihrer Scheide oder Ihrer Brust.
- Jemand will mit seinem Penis, Fingern oder einem Gegenstand in Ihren Körper eindringen.
- Sie werden gezwungen, mit jemandem Sex zu haben.
Sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz
Sexuelle Gewalt kann auch am Arbeitsplatz stattfinden.
Zum Beispiel in der Werkstatt.
Dann muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass das aufhört.
Auch am Arbeitsplatz darf niemand sexuell belästigt werden.
Wer macht sexuelle Gewalt?
Jemand, der sexuelle Gewalt macht, nennt man Täter.
Täter sind meist Männer. Manchmal aber auch Frauen.
Der Täter kann ein Fremder sein, den man noch nie zuvor gesehen hat.
Aber viel öfter ist der Täter ein Bekannter.
Das heißt: er kennt die Frau, die er zum Sex zwingt.
Er kann alt oder jung sein.
Er kann behindert oder nicht behindert sein.
Wer kann Täter sein?
Zum Beispiel:
- ein Verwandter - Vater, Stiefvater oder Bruder,
- manchmal der eigene Ehemann,
- ein Mitbewohner oder ein Betreuer aus dem Wohnheim,
- ein Freund oder ein Nachbar
- ein Kollege oder ein Vorgesetzter auf der Arbeit,
- ein Arzt,
- ein Fahrer, der Sie zur Arbeit und wieder nach Hause fährt.
Es gibt auch Frauen, die das tun.
Das darf man nicht!
Sexuelle Gewalt ist niemals in Ordnung!
Sexuelle Gewalt ist verboten!
Es ist auch strafbar!
Es hat mit Liebe nichts zu tun.
Der Täter weiß, dass er das nicht tun darf.
Darum will er nicht, dass andere wissen, was er tut.
Darum sagt er: „Das darfst du niemandem erzählen.“
Er sagt: „Das ist unser Geheimnis.“
Er sagt: „Niemand wird dir glauben, wenn du das erzählst.“
Er droht: „Wenn du das sagst, wird was Schlimmes passieren.“
Doch das stimmt nicht. Er lügt!
Sie dürfen immer mit jemandem darüber reden.
Sie dürfen sich immer Hilfe holen.
Manchmal sagt der Täter: „Du willst das doch auch!“
Oder er gibt Ihnen Geschenke.
Und er sagt: „Du bist schuld.“
Und die Frau denkt dann auch, dass sie schuldig ist.
Doch das stimmt nicht. Er lügt.
Der Täter ist verantwortlich.
Der Täter ist schuldig.
Ich will das nicht!
Manchmal ist das Opfer noch sehr jung.
Manchmal ist es noch ein kleines Mädchen, wenn die sexuelle Gewalt anfängt.
Manchmal verstehen das Mädchen oder die Frau nicht, was passiert.
Sie wissen nicht, was sie tun können.
Sie wissen nur, dass sie das nicht wollen.
Sie wissen nicht, wie sie sich wehren können.
Sie wollen „Nein“ sagen, doch sie können das nicht.
Oder sie sagen „Nein“ und es nützt gar nichts.
Trauer und Wut und andere Gefühle
Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, fühlen sich schlecht.
- Die Frau (oder das Mädchen) ist traurig,
- sie hat Angst,
- oder schämt sich,
- oder ist richtig wütend,
- sie kann nicht mehr gut schlafen,
- sie träumt schlechte Träume,
- sie zieht sich zurück, sie will niemanden sehen
- und denkt, dass niemand ihr glaubt,
- sie denkt, dass niemand sie versteht,
- oder, dass sie sich falsch verhalten hat,
- sie denkt vielleicht, dass sie schuld ist.
Keine Schuld
Doch das stimmt nicht!
Keine Frau und kein Mädchen ist schuld, wenn sie Gewalt erlebt hat.
Sie hat ein Recht auf Hilfe.
Sie dürfen sich wehren!
Jedes Mädchen und jede Frau darf sich wehren.
Egal, wer der Täter ist, Sie dürfen sich immer wehren.
Sie dürfen sich immer Hilfe holen.
Auch wenn der Täter es verboten hat.
„Nein“ sagen.
Sie dürfen immer „Nein“ sagen, wenn jemand so etwas tut oder tun will.
Sie dürfen „Nein“ sagen, gegenüber Ihrem Freund oder Ihrem Kollegen.
Sie dürfen „Nein“ sagen gegenüber Ihrem Chef oder dem Betreuer.
Sie dürfen „Nein“ sagen gegenüber Ihrem Vater oder Stiefvater.
Wo bekommen Sie Hilfe?

Manchmal werden Sie nicht alleine damit fertig.
Dann brauchen Sie Hilfe.
Dann brauchen Sie jemanden, der Sie in den Arm nimmt und tröstet.
Oder jemanden, mit dem Sie darüber reden können.
Darüber reden hilft.
Zum Beispiel mit einer Freundin, einer Betreuerin, der Mutter oder einer anderen Person, der Sie vertrauen.

Goethestraße 23
30169 Hannover

Telefonnummer:
(0511) 332 112
Sie können dann besser damit fertig werden.
Manchmal brauchen Sie noch mehr Hilfe.
Dann können Sie zu einer Beratungsstelle gehen.
Zum Beispiel zum Frauennotruf in Hannover. Link: Wir über uns.
Oder Sie rufen an.
Wen Do - Selbstverteidigung und Selbstbehauptung
Der Frauennotruf bietet „Wen-Do-Kurse“ für Frauen und Mädchen an.
Das sind Kurse in „Selbstverteidigung“ und „Selbstbehauptung“.
Selbstverteidigung
„Selbstverteidigung“ heißt, sich wehren, wenn Sie sich bedrängt oder bedroht fühlen. Zum Beispiel, wenn jemand Ihnen weh tun oder Sie festhalten will.
Sie lernen:
- sich mit Händen und Füßen zu verteidigen
- oder so, wie Sie das am besten können.
Selbstbehauptung
„Selbstbehauptung“ heißt, sich wehren, wenn jemand Sie mit Worten belästigt, ärgert oder anmacht.
Sie lernen:
- sich selbst und Ihre Grenzen zu verteidigen selbstbewusst zu handeln,
- was Sie sagen können, wenn Sie jemand nervt, ärgert, belästigt oder bedroht,
- sich durchzusetzen mit dem, was Sie gut können,
- „NEIN“ zu sagen.
Wen-Do ist für alle Frauen und Mädchen, egal, ob sie behindert oder nicht behindert sind.
Die Trainerin hat wie eine Lehrerin eine richtige Ausbildung.
Meist findet das Wen-Do Training in der Gruppe statt. Frauen und Mädchen, die sich in der Gruppe nicht so wohl fühlen, können Wen-Do alleine mit der Trainerin üben.
Durch Wen-Do fühlen sich die Frauen und Mädchen stärker und mutiger.
Sie bekommen mehr Selbstvertrauen.
Im Training wird oft gelacht. Es macht Spaß und macht stark.
Es gibt folgende Kursangebote:
- für Mädchen (13 bis 16 Jahre)
- für Frauen
- für Frauen und Mädchen mit Behinderungen
Das Training findet statt:
- in Gruppen bis zu 8 Teilnehmerinnen
- oder alleine (nach Absprache)
Die Kursleiterin...
...ist Ira Morgan - Wen-Do-Trainerin seit 1983. Sie ist auch Theaterpädagogin und seit vielen Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin im Frauennotruf.
Kursgebühr und Termine
Für die Kurse wird ein Kostenbeitrag erhoben. Die Termine stehen auf der Seite Aktuelles und Termine oder finden nach Absprache statt.
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