Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e. V. Hannover: Wir über uns
Wir über uns

Wir sind eine Fachberatungsstelle für Frauen und jugendliche Mädchen, die von sexueller Gewalt betroffen sind oder waren sowie für Fachkräfte und Bezugspersonen.
Der Name „Notruf“ suggeriert mitunter eine reine Krisenberatungsstelle – das sind wir auch, jedoch vornehmlich liegt unser Hauptarbeitsschwerpunkt in der langfristigen beraterischen und therapeutischen Begleitung von Betroffenen.
Unsere Beratungsstelle existiert seit mehr als 20 Jahren als eingetragener, mildtätiger Verein.
Team
Wir sind ein Team von drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen mit langjähriger Erfahrung zu dem Thema (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Jede Mitarbeiterin hat eine oder mehrere therapeutische Zusatzqualifikationen. In unserem Team arbeiten ausschließlich Frauen. Wir nehmen regelmäßig Supervision in Anspruch. Wir haben bestimmte Schwerpunkte, zu denen wir arbeiten.
Anneke Bazuin:
Diplom-Pädagogin, Systemische und Gestaltberatung, Therapeutin Familienstellen; tätig in der Beratung, Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit im Arbeitsbereich „Sexuelle Gewalt und Behinderung“ sowie der allgemeinen Beratung, 30 Stunden, seit 2006 als Honorarkraft und seit 2010 als hauptamtliche Mitarbeiterin im Notruf tätig
Petra Klecina:
Sozialpsychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Gestalt- und Traumatherapie, zertifizierte sozialpädagogische Prozessbegleiterin; tätig in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Fundraising, Psychosoziale Prozessbegleitung, Angehörigenberatung sowie Fortbildungen, 39 Stunden, seit 1997 im Notruf tätig
Gabi Kuhl-Himstedt:
Diplom-Pädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Systemische und Traumatherapie; tätig in der Beratungsarbeit, Gruppenarbeit, Vernetzung und Fortbildungen sowie Finanzen, 39 Stunden, seit 2004 im Notruf tätig
Unterstützt werden wir von unseren Mitgliedsfrauen und unserem Vorstand des Kernvereins und des Fördervereins. Ohne diese langjährige Unterstützung und das Engagement vieler ehrenamtlicher Frauen, die sich im Laufe der Jahre bei uns engagiert haben, wäre unsere Arbeit nicht zu leisten gewesen. Wir freuen uns, wenn neue Frauen sich bei uns engagieren wollen. Rufen Sie an!
Uns zur Seite stehen außerdem unsere Fachfrau für die Buchhaltung, unsere Putzfee und unsere Bürohilfe sowie verschiedene Honorarkräfte für Gruppenangebote und Kinderbetreuung.
Unsere Leitlinien
Gewährleistung von Anonymität
Sie brauchen Ihren Namen nicht zu nennen und keine Formulare auszufüllen. Wir fragen nicht zuerst nach Ihren persönlichen Verhältnissen.
Denn: die Gewährleistung von Anonymität gibt Sicherheit und ermöglicht oft erst den Kontakt - insbesondere für uns aufsuchende Frauen aus der Region.
Vertraulichkeit
Wir unternehmen nichts gegen Ihren Willen, sondern immer nur in Absprache mit Ihnen. Inhalte von Beratungen werden vertraulich behandelt. Wir verpflichten uns zur Schweigepflicht.
Hilfe zur Selbsthilfe
Das Vermögen, sich selber zu helfen, ist durch sexuelle Gewalterfahrungen oft verloren gegangen. Deshalb ist es so wichtig, Wege zur Selbsthilfe wieder zu finden. Wir präsentieren keine vorgefertigten Konzepte, sondern bieten Möglichkeiten, die verschütteten eigenen Quellen der Selbsthilfe neu zu entdecken und Neues dazu zu lernen.
Parteilichkeit
Das bedeutet, dass wir auf Seiten betroffener Frauen und Mädchen stehen, dass wir eindeutig „Partei“ für Sie ergreifen. Wir werden nicht sagen „Das glaube ich Dir nicht“, „Das hat der doch nicht getan“, „Wieso sind Sie denn mitgegangen“ oder „Warum haben Sie sich nicht gewehrt“.
Wir ermöglichen es Ihnen, über Ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Gefühle und Ängste ohne Bewertungen zu sprechen.
Wir benennen eindeutig, wer die Verantwortung für die Gewalt trägt (der oder die TäterInnen), wo Gewalt und Unterdrückung geschieht und wer davon profitiert.
Schnelle und unbürokratische Hilfe
Sie müssen keinen Antrag für eine Beratung stellen. Für eine persönliche Beratung vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns. Wir versuchen immer, möglichst umgehend die Termine zu vergeben. Manchmal haben wir mehr Anfragen, als wir auffangen können. Dann kann es zu kurzfristigen Wartezeiten kommen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.
Kostenlos
Wir erheben für die persönlichen Beratungen keine Gebühren.
Für einzelne Gruppen wird ein – sozial gestaffelter – Unkostenbeitrag erhoben. Dabei gibt es immer die Möglichkeit von Ermäßigungen und Freiplätzen. Bitte fragen Sie nach.
Ganzheitlich
Wir reduzieren Frauen und Mädchen nicht auf die erlittene Gewalt, sondern sehen sie mit ihren Stärken und Fähigkeiten. Krisen und psychische Schwierigkeiten verstehen wir als Überlebens- und Bewältigungsstrategien, die wichtige Ressourcen darstellen und denen wir Achtung und Respekt entgegenbringen. Wir betrachten ferner die gesellschaftlichen Realitäten und die konkrete Lebenssituation von Frauen und Mädchen als ein Ganzes und orientieren uns daran. Ganzheitlichkeit bedeutet für uns darüber hinaus, die Frau, das Mädchen als ganze Person – also nicht getrennt in Körper und Psyche – wahrzunehmen.
Autonomie
Wir sind ein unabhängiger, eigenständiger Verein und gehören keiner Partei oder Religionsgemeinschaft an.
Frauenbewegung/Feminismus
Feministische Gesellschaftsanalysen bilden den Hintergrund unseres Selbstverständnisses. Die Wurzel der autonomen Frauen- und Mädchenprojekte ist die Frauenbewegung mit ihren politischen und gesellschaftskritischen Analysen. Die gesellschaftliche, rechtliche, soziale, ökonomische und politische Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen bildet nach wie vor den Nährboden für Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Die autonome Frauenbewegung hat entscheidend die Enttabuisierung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen bewirkt und vorangetrieben.
Themen der Notrufarbeit
Dies sind Gewaltformen, die in der Notrufarbeit auftauchen:
- Vergewaltigung
- durch Fremdtäter
- durch Bekannte
- Sexueller Missbrauch in der Kindheit
- Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung
- Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
- Belästigung/Bedrohung im Alltag
- Missbrauch in der Therapie
- Pornografie/Gewaltvideos im Internet
- Stalking
- Exhibitionismus
- Ritueller/satanischer Missbrauch in Sekten/Kulten
- Übergriffe in kirchlichen Einrichtungen
- Vergewaltigung im Krieg
- Zwangsprostitution/Frauenhandel
- Körperliche Gewalt/Misshandlung
- Belästigung am Telefon
- Sexualisierte und erniedrigende Atmosphäre in der Familie